Mittelamerika

Die zweite Motorradtour in Mittelamerika machte ich wieder mit Maya-Moto-Tours und Matthias und Paul hatten wie immer alles im Griff und eine sehr schöne Strecke mit meist attraktiven Hotels herausgesucht.

Wir starteten in San Pedro Sula (Honduras) und fuhren gen Westen, Richtung Copan, wo die größte Mayastätte Honduras zu sehen ist. Die freigelegten Tempel sind beeindruckend, aber auch das Städtchen Copan selbst. Vorbei an den höchsten Bergen Honduras ging’s weiter nach Gracias und dann auf einer Piste Richtung Grenze El Salvador (Land #87). Nur in Afrika habe ich so wenig ausgebaute Grenzen gesehen und die Schotterpiste dort hin ist nur für den kleinen Grenzverkehr geeignet.

In El Salvador fuhren wir weiter zur Pazifikküste zur Playa el Cuco, wo wir von unserem tollen Hotel aus zum Strand gehen und den Surfern zuschauen konnten. Vorbei an Vulkanen ging’s wieder in Richtung Berge zum Lago Suchtitlán und dann weiter durch Kaffeeplantagen nach Ataco.

Richtung Westen fuhren wir über die Grenze nach Guatemala (Land #88) und an der Hauptstadt Guatemala City vorbei zur Weltkulturerbestadt Antigua. Hier hatten wir am nächsten Tag viel Zeit die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, bevor wir das nächste Highlight, den Lago Atitlan ansteuerten. Per Boot konnten wir mehrere kleine Ortschaften am Seeufer mit traditionellen Märkten besichtigen, bevor wir am Abend in einem besonderen Restaurant italienische Küche genießen konnten. Die Circus Bar in Panajachel wurde 1983 von Zirkusmitgliedern aus Deutschland gegründet und ist bekannt für die gute Küche und der Live-Musik mit Flamenco und Gipsy-Jazz.

Nach einem kurzem Trip um das Ufer des Sees nahmen wir Chichicastenango zum Ziel und steuerten damit den bekanntesten Maya-Markt Guatemalas an, rechtzeitig zum großen Markttag. Für den wird der größte Teil der Innenstadt zur Marktzone und ist übersäht mit eng stehenden Verkaufsständen. Die Farbenpracht der angebotenen Waren und der Maya-Trachten ist beeindruckend.

Über Coban hielten wir wieder Nordkurs und erreichten am 14. Tag Sayaxché, wo reger Fährbetrieb über den Fluß Rio de la Pasiòn herrscht. Die Nacht war katastrophal, weil durch die offenen Fenster der Lärm der Straße und der Fähren kaum Chance zum Schlafen lies und früh um 0400 trat dann die örtliche Kirche sehr negativ in Erscheinung, als sie mit einem Lautsprecherwagen und größter Lautstärke alle Nichttoden aus den Betten scheuchte.

Der Abstecher über eine Schotterpiste nach El Ceibal war da eher entspannend, zumal dort bisher nur wenige Objekte vollständig ausgegraben sind. Mit der Fähre konnten wir die Straße gen Norden erreichen und machten kurz Mittagspause am Lago Peten Itza, bevor wir zur Übernachtung in den Nationalpark von Tikal einfuhren. Tikal ist die bedeutendste Maya Stadt im Dschungel von Peten und wir sind den ganzen nächsten Vormittag über 8 km in der weitläufigen Anlage herumgelaufen, um alle wichtigen Objekte gesehen zu haben. Hier stehen die höchsten und steilsten Pyramiden, mitten im Regenwald des Peten.

Zurück am Lago Peten Itza hatten wir ein wunderschönes Hotel am See, bevor wir am nächsten Tag Richtung Grenze Belize (Land #89) fuhren, wo San Ignacio unser Ausgangspunkt für die Besichtigung der Mayastätte Caracol, der größten in Belize, war. Wir fuhren durch das Reservat Pine Ridge, das auch als Ort der Ausbildung im Überlebenstraining und im Dschungelkampf dient (selbst deutscher Spezialeinsatzkräfte). Die ehemalige Schotterpiste über 50 km musste einer Teerstraße weichen, weil die Attraktivität von Caracol immer mehr Besucher anlockt. Hier steht die größten Maya Pyramiden von Mittelamerika.

Die letzte Etappe ging zurück nach Guatemale, weiter gen Süden und dann über die Grenze zurück nach Honduras. Auf der staubigen Piste hatten wir dann bei hohen Temperaturen einen Platten und mussten eine Stunde in der prallen Sonne arbeiten (eigentlich nur Matthias) um den neuen Schlauch zu montieren. Keine Tour ohne wenigstens ein Problem! Am Rio Dulce war dann unsere letzte Übernachtung auf der Strecke und wir genossen die Rundfahrt per Motorboot durch die Mangrovengebiete und vorbei an der alten spanische Festung St. Felipe.

Nach der Grenze zu Honduras, wo kilometerlange LKW-Schlangen die Straße fast unpassierbar machten, hatten wir eine schöne Mittagspause am Karibikstrand von Omoa. Die letzte Strecke, zurück nach San Pedro Sula, war geprägt von Staus und chaotischem Verkehr, mit teilweise verrückten Fahrern, die kein Risiko scheuten, etwas schneller als der Rest zu sein. Das Abschlussessen war mein Abschied von Matthias und Paul, weil ich jetzt alle Länder Zentralamerikas besucht habe und mich jetzt weiter Richtung Südamerika orientiere.