Südosteuropa

Im Sommer 2026 war es wieder mal soweit: Die letzte größere Motorradtour in den Südosten Europas stand an, um die drei noch nicht besuchten Länder Europas – Rumänien, Bulgarien und Moldau zu bereisen. Ich startete am Freitag morgen.

Ursprünglich hatte ich zwei Wochen veranschlagt, aber die teilweise extrem hohen Temperaturen machten bereits auf der Anreise keine Freunde. Ab Österreich hatte ich 38 und in Ungarn teilweise bis 41 Grad Celsius. Alle 100-150 km lief ich eine Tankstelle an, um wenigstens 1/2 Liter Wasser zu trinken. Die vielen Baustellen und die komplette Durchquerung von Budapest im Feierabendverkehr ließen mich das Hotel außerhalb Budapests erst gegen 21:00 Uhr erreichen.

Die Besichtigung von Oradea in Rumänien viel bei 39 Grad mit Motorradstiefeln auch sehr knapp aus, so dass ich mich schon sehr bald auf die Anfahrt zum Ausgangspunkt der Transalpina im Ort Mühlbach (nicht der Stadtteil von Karlstadt) aufmachte. Das schöne Hotel hatte auch ein tolles Carpaccio mit Meerrettich (Kreuzung zwischen Carpaccio und Roastbeef) mit einem exzellenten Wein als Abendessen für mich. Schon sehr früh startete ich zur 67c und hatte fast die komplette Streck für mich alleine, bis zum kurzem Kaffee am See. Im weiteren Verlauf änderte sich das, wobei die tolle Aussicht in die Gebirgslandschaft dadurch nicht getrübt wurde.

Beim Übergang zur Transfăgărășan lies mich mein Garmin Treat eine recht abenteuerliche Strecke durch einen Waldpfad nehmen. Da ich dadurch erst gegen 14:00 Uhr am Südende der Transfăgărășan in Curtea de Argeș ankam, traf mich die volle Wucht der Sonntagsausflügler, die im Nordteil die komplette Strecke verstopften. Ich konnte mich zwar am Stau verbeimogeln, aber Fahrfreude war das nicht. Da waren auch viele Touristen, die unbedingt die zwei Bären, die ich unterwegs sehen konnte, füttern wollten. Da es noch nicht dunkel wurde, fuhr ich schnell noch nach Bran, um per Drohne die Burg bzw. das Schloss abzulichten.

Am nächsten Tag gings dann schon direkt weiter nach Moldau, wo ich mich allerdings in Chișinău aufgrund der wieder hohen Temperaturen von 38 Grad auf die Besichtigung des Kathedralenparks begnügte, bevor ich im Süden der Stadt ein kleines Hotel für die Nacht fand.

Ich hätte wissen müssen, das zur Hauptreisezeit viel los ist, deshalb bekam ich spontan keine Möglichkeit mehr das Donaudelta per Boot zu befahren und fuhr deshalb direkt ins nächste Ziel Konstanza. Wegen der frühen Ankunft hatte ich mir eines der teuren Hotels am Strand in Altstadtnähe gebucht und nach einem obligatorischen Baden im Schwarzen Meer die wirklich sehenswerte Altstadt besucht. Das lokale Abendessen war ausgezeichnet und die Strandpromenade bis nach Sonnenuntergang brechend voll.

Jetzt ging’s zum letzten, noch nicht besuchten Land in Europa: Bulgarien. Über Warna fuhr ich nach Burgas, nachdem die Autokolonnen mich von dem restlos überlaufenen Nessebar abhielten. Ich hätte einen anderen Zeitpunkt für die Tour wählen sollen! Der Ort gibt nicht viel her, wobei mich die Gleitschirmflieger in Strandnähe begeisterten, die in extrem niedriger Höhe über die Bäume am Strandpark entlangsurften.

Für den Heimweg vom Schwarzen Meer hatte ich mir einen kurzen Besuch der Altstadt von Plowdiv, der ältesten durchgehend bewohnten Stadt in Europa, einen Besuch der Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia und als Übernachtungsort ein Hotel beim Eisernen Tor ausgedacht. Da ich ab Sofia kurvige Straßen im Balkangebirge und anschließend entlang der schönen Donau fuhr, kam ich gerade noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang an der Burg Golubac an, um per Drohne ein paar Aufnahmen machen zu können.

Jetzt hatte ich keine Lust mehr viel Zeit mit dem Heimweg zu vertrödeln und wollte einfach und schnell auf Autobahnen heimfahren. An der Grenze zwischen Serbien und Kroatien war ein riesiger Stau, weil die Ausweise aller Personen und die Fahrzeugscheine erfasst wurden. Die Autofahrer am Ende der Schlange hatten sicherlich sehr viele Stunden Wartezeit, nicht wie ich und ein Motorradfahrer aus Stuttgart, weil wir uns zwischen den Autos und über die Wiese vorbeidrängten. Stunden später hatte ich zwischen Ljubljana und Villach einen Plattfuß am Vorderreifen. Dank HUK Pannenservice wurde ich von einem Pannendienst per Hänger abgeholt und nach vielem Improvisieren konnte ich vier Stunden später mit einem neuen Schlauch die Weiterreise antreten. Dass dauerte dann aber länger und das heftige Gewitter in den Alpen machte mich trotz Regenkombi ziemlich nass.

Kurz vor 03:00 Uhr kam ich wieder zuhause an und konnte mich nach einer warmen Dusche endlich zum Schlafen legen. Damit hatte ich die Tour in weniger Tagen gefahren als geplant: 5.032 km mit der letzten Tagesetappe von 1.381 km.